Entdecken Sie die Bestseller, die mit ihrer perfekten Mischung aus Funktionalität und Stil die Herzen unserer Kunden erobert haben.

Art Direction und Foto – Yaroslava-Maria Khomenko
ZAVADSKI Studio, Wien · Januar 2026

Über die Autorin

Yasia (Iaroslava) Khomenko ist eine ukrainische interdisziplinäre Künstlerin und Modedesignerin. Sie studierte an der Universität für Technologie und Design in Kiew und schloss ihr Studium 2010 mit einem Master in Modedesign ab. Yasia arbeitet mit Textilexperimenten in einem künstlerischen Medium sozialer Mitgestaltung und untersucht dabei neue Formen von Material- und Farbkompositionen.

I. VASEN MIT SAISONALEN BLUMEN

Diese Serie präsentiert drei Stillleben, die Roksolana Hudobas Vasen mit Kompositionen aus saisonalen Blumen in den Mittelpunkt stellen. Die Arrangements sind zurückhaltend und lenken die Aufmerksamkeit vom Dekorativen auf Form, Balance und materielle Präsenz. Blumen werden eher als physische Materie denn als Symbole behandelt, wobei Textur, Gewicht und Vergänglichkeit betont werden.

Zusammen fungieren die Bilder als eine Studie der Stille und Beobachtung. Sie dokumentieren temporäre Arrangements, die von Hand geschaffen wurden und nur für einen kurzen Moment existieren.

II. STILLLEBEN-SERIE MIT TISCHLEUCHTEN

Diese Serie von Stillleben stellt die Tischleuchten von ZAVADSKI in den Mittelpunkt und betrachtet sie eher als skulpturale Objekte denn als funktionale Beleuchtung. Die Kompositionen lehnen sich an das flämische Barock-Stillleben an und beziehen sich auf die Bildsprache von Jan Cornelis Vermeien und Frans Snyders, während der Einsatz von Chiaroscuro an Caravaggios Umgang mit aus der Dunkelheit hervortretendem Licht erinnert. Licht wird hier nicht eingesetzt, um alles zu enthüllen, sondern um Formen, Texturen und Oberflächen zu isolieren, wodurch die Dunkelheit ein aktives Element der Komposition bleibt.

Jedes Arrangement wurde physisch im Studio aufgebaut, einschließlich improvisierter Elemente aus verfügbaren Materialien. Der Prozess betont Haptik, Experimentierfreude und Unmittelbarkeit und legt den Wert eher auf den Akt des Erschaffens als auf eine perfekte Konstruktion.

Die resultierenden Bilder bewegen sich zwischen historischer Referenz und zeitgenössischer Geste und behandeln das Stillleben als einen Raum für Materialstudien, manuelle Arbeit und kontrollierte Zurückhaltung.

III. ONE MINUTE SCULPTURES

Die One Minute Sculptures sind temporäre Figuren, die aus Tischleuchten und Kleidung zusammengesetzt und direkt für die Kamera geschaffen wurden. Die Arbeiten untersuchen die Idee der Personalisierung der Leuchte, indem sie in einen Charakter verwandelt wird – konkret in das Bild einer lokalen Figur, gekleidet in eine Tweedjacke.

Jede Skulptur entsteht schnell und von Hand, ohne Skizzen oder digitale Vermittlung. Der Prozess selbst wird zentral und betont Unmittelbarkeit, Haptik und physische Entscheidungsfindung. In diesem Kontext ist der Akt, eine Skulptur ausschließlich für eine Fotografie anzufertigen, bewusst archaisch gewählt.

Die Serie reflektiert zudem über die Verdrängung kreativer Bildsprache durch KI-generierte Inhalte. Durch die Entscheidung für eine manuelle, zeitlich begrenzte Konstruktion unterstreicht das Werk den Wert von Präsenz, Imperfektion und menschlicher Geste.

Diese Skulpturen existieren nur kurzzeitig; sie fungieren eher als momenthafte Formen denn als dauerhafte Objekte und werden allein durch das fotografische Bild bewahrt.

Zum Prozess

In einer Ära von KI-dominierten Medien fordern diese Momente hinter den Kulissen die „archaische Geste“ des Erschaffens zurück. Anstatt Bilder durch Prompts zu generieren, wurde jedes Stillleben-Set und jede Skulptur von Hand aufgebaut. Dabei wurden die eigenen Materialien der Künstlerin genutzt, um eine physische Realität zu erschaffen, die nur für eine einzige Belichtung existierte.

Der Showroom wurde zu einer temporären Werkstatt, in der sich der gesamte Prozess direkt hinter dem Schaufenster zur Straße hin entfaltete. Diese Platzierung verwandelte den privaten Akt der Schöpfung in ein öffentliches Ereignis; Passanten wurden zu zufälligen Zeugen, die mit ihren eigenen Geräten flüchtige Skulpturen festhielten, die dazu bestimmt waren, kurz nach dem Shooting wieder zerlegt zu werden oder sich aufzulösen.

Dark room with a camera on a tripod, light bulb, and various items on a table.

Diese taktile Obsession zeigt sich vielleicht am deutlichsten in der Konstruktion der Torten-Skulpturen. Unter Verwendung von Schlagsahne und traditionellem Bauerngugelhupf wurde der Prozess von dem fast kindlichen Verlangen getrieben, rohe Textur und Form zu manipulieren. Diese rasanten, sensorischen Interventionen dienen als Erinnerung an die Vergänglichkeit der physischen Welt – sobald das Foto aufgenommen ist, verschwindet die Skulptur und lässt das digitale Bild als einziges dauerhaftes Zeugnis ihrer Existenz zurück.