THE INNER CROSSROADS
By XOMEHKO (Yaroslava-Maria Khomenko)
26 Februar – 01. Mai 2026 | ZAVADSKI, Burggasse 67, 1070 Wien
Press Tour 25 Feb. um 13:00 Uhr
Opening 26 Feb. um 18:00 Uhr
By XOMEHKO (Yaroslava-Maria Khomenko)
26 Februar – 01. Mai 2026 | ZAVADSKI, Burggasse 67, 1070 Wien
Press Tour 25 Feb. um 13:00 Uhr
Opening 26 Feb. um 18:00 Uhr
Yaroslava-Maria Khomenko ist eine interdisziplinäre Künstlerin und Modedesignerin, deren Arbeit sich zwischen textiler Experimentierfreude, sozialer Mitgestaltung und der kritischen Reflexion von Produktionssystemen bewegt. Von Beginn an betrachtete Khomenko Mode nicht als Industrie, sondern als soziale und materielle Sprache. Sie untersucht, wie Textilien, Farben und Formen kollektive Erfahrungen transportieren können.
Als Pionierin des Upcyclings im ukrainischen Modekontext gründete sie 2011 das Label RCR Khomenko. Ihre Kollektionen entstanden aus entsorgten Textilien – Kleidung, Vorhänge und Tischdecken aus benachbarten Dörfern und Second-Hand-Märkten. Diese frühen Arbeiten hinterfragten bereits Autorenschaft, Wert und Originalität. Sie etablierten Wiederverwendung nicht als Trend, sondern als Methode, die in der lokalen Realität zwischen der Verherrlichung billigen Luxus und der Abneigung gegen Sekundärrohstoffe verwurzelt ist.
2019 lancierte sie XOMEHKO (kyrillische Transkription des Nachnamens Khomenko) – eine Praxis, die auf einem technologischen Experiment zur Textilkompression basiert, das in Zusammenarbeit mit dem Architekten Dima Mikheev entwickelt wurde. Die Objekte entstehen aus spontanen kreativen Impulsen und widersetzen sich bewusst der Logik einer profitmaximierenden Entwicklung. Ästhetik ist hier nicht vorbestimmt, sondern ergibt sich aus dem Prozess und dem Zufall.
Seit der großflächigen russischen Invasion im Februar 2022 widmet sie sich verstärkt der sozialen Interaktionskunst. Diese verbindet kulturelle und sozioökonomische Fragen von Kriegsmigration, Anpassung und der Verarbeitung von Vertreibungstramata, während sie durch kollektive Textil-Workshops neue Gemeinschaften fördert.
„The Inner Crossroads“ markiert einen zutiefst persönlichen Artikulationspunkt dieser Entwicklung. Die Ausstellung fängt einen Moment des unvermeidlichen Zusammenbruchs der Selbstwahrnehmung und die volle Akzeptanz von Unsicherheit als Punkt der Katharsis ein. Sie reflektiert persönliche Erfahrungen und fungiert als Akt der Entblößung vor der Öffentlichkeit – und vor allem vor der Künstlerin selbst.
Die Ausstellung wird durch eine skulpturale Figur eröffnet: Ein schwarzes Ballkleid mit hohem Kragen, gefertigt aus 50 recycelten T-Shirts, gekrönt von einer leuchtenden Lampe anstelle eines Kopfes. Positioniert wie eine religiöse Statue, fungiert diese Figur als Fassade der Selbstdarstellung – ein geschlossenes, episches und pompöses Bild mit einer bewusst nachhaltigen Botschaft, um „besser auszusehen“.
Im Zentrum der Ausstellung steht ein prägnantes, ikonenhaftes, monumentales Selbstporträt, das aus im Internet gefundenen Bildern von Fremden besteht. Die theatralische Pose illustriert eine Bloßstellung ohne Entblößung – eine Vorwärtsbewegung mit gleichzeitigem Blick zurück.
„The Crossroad“, eine Serie von neun Einzelwerken, besteht aus komprimierten Landschaften aus dem iPhone-Fotoarchiv der Künstlerin. Sie zeigen Orte, an denen sie sich seit Beginn der Invasion der Ukraine aufgehalten hat. Durch diese Arbeit wird die gestörte Beziehung zum Territorium sichtbar. Das Zugehörigkeitsgefühl löst sich auf, und die Vorstellung von „Heimat“ verliert ihren Zusammenhalt. Der Verlust der Heimat zeigt sich als eine Form von unsichtbarem Schmerz – besonders dann, wenn der physische Ort noch existiert, die emotionale Verbindung jedoch verschwunden ist. Andere Städte erscheinen abwechselnd als prägend, depressiv, nährend oder erschöpfend, verschmelzen jedoch zu einer einzigen, unleserlichen Landschaft. Territorium verankert Identität nicht länger; stattdessen fragmentiert es sie.
Die Ausstellung findet bei ZAVADSKI statt, einem multidisziplinären Raum im 7. Wiener Gemeindebezirk, der an der Schnittstelle von zeitgenössischem Design, Handwerk und künstlerischer Praxis agiert. Ursprünglich als Lichtatelier und Showroom konzipiert, der in ukrainischen Handwerkstraditionen verwurzelt ist, hat sich ZAVADSKI zu einem hybriden Kulturraum entwickelt. Definiert durch rohe Materialien, gedämpftes Licht und eine Atmosphäre abseits des klassischen „White Cube“, fördert der Raum eine enge physische und emotionale Nähe zu den ausgestellten Werken.
Yaroslava-Maria Khomenko wurde 1988 in Kyjiw, Ukraine, geboren. Ihre Arbeit war Gegenstand von Ausstellungen im Plantage Dok, Amsterdam, Niederlande (2025); Jam Factory, Lwiw, Ukraine (2024); Japanisches Palais, Dresden, Deutschland (2023); Zentrales Textilmuseum, Lodz, Polen (2022); MitOst Festival, Maribor, Slowenien (2022); Museum Folkwang, Essen, Deutschland (2022); Zacheta, Warschau, Polen (2013); Galeria Arsenal, Bialystok, Polen (2011).
www.xomehko.com
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